Seit Juni 2026 wendet das europäische Alterseinstufungssystem PEGI (www.pegi.info) neue Kriterien an, die die Klassifizierung zahlreicher Videospiele grundlegend verändern. Diese Änderungen könnten bis zu einem Drittel der aktuell von PEGI bewerteten Titel betreffen. Bereits jetzt wurden bekannte Lizenzen neu eingestuft: FC 27 (ehemals FIFA) und NHL sind neu mit PEGI 16 klassiert. Die Swiss Interactive Entertainment Association (SIEA) und ihre Plattform PlaySmart rufen Organisatoren von Videospiel-Veranstaltungen sowie von Events, die Videospiele im Rahmen ihres Rahmenprogramms zeigen, in der Schweiz dazu auf, diesen Entwicklungen besondere Aufmerksamkeit zu schenken und ihre Aussteller entsprechend zu sensibilisieren.
Drei neue Kriterien, welche die Einstufungen neu definieren
PEGI hat drei Kategorien von Kriterien eingeführt, die seit Juni 2026 gelten:
- In-Game-Käufe: Spiele mit kostenpflichtigen Zufallsobjekten (Lootboxen, Kartenpakete) werden künftig mindestens mit PEGI 16 eingestuft, bei Social-Casino-Spielen sogar mit PEGI 18. Zeitlich begrenzte Angebote, die ein Gefühl der Dringlichkeit erzeugen, führen zu einer Einstufung mit PEGI 12 (oder PEGI 7, sofern integrierte Kindersicherungs-Tools Ausgaben standardmässig deaktivieren). Spiele mit Kryptowährungen oder NFTs werden mit PEGI 18 eingestuft.
- Spielanreiz: Terminspiel-Mechanismen (tägliche Belohnungen, Login-Serien, zeitlich begrenzte Events) werden neu mit PEGI 7 eingestuft, beziehungsweise mit PEGI 12, wenn eine Strafe bei Nichtrückkehr der Spielenden erfolgt.
- Uneingeschränkte Kommunikation: Spiele mit Sprach- oder Textchat-Funktionen ohne Blockier- oder Moderationsmöglichkeit werden neu mit PEGI 18 eingestuft.
Der Musterfall FC 27 (ehemals FIFA) und NHL
Das anschaulichste Beispiel für die Auswirkungen dieser neuen Kriterien ist FC 27 (ehemals FIFA), dessen Einstufung seit Sommer 2026 von PEGI 3 auf PEGI 16 gewechselt hat. Diese Neueinstufung ist nicht auf eine inhaltliche Änderung des Spiels zurückzuführen, sondern auf das Vorhandensein von Spielerpaketen, deren Inhalt vor dem Kauf nicht bekannt ist – kostenpflichtige Zufallsobjekte (sogenannte «Lootboxen»), die neu der Mindesteinstufung PEGI 16 unterliegen. Das Eishockeyspiel NHL folgt derselben Logik und ist neu ebenfalls mit PEGI 16 eingestuft.
Mögliche Auswirkungen auf ein Drittel der eingestuften Spiele
Gemäss Schätzungen von PEGI könnten diese neuen Kriterien bis zu einem Drittel aller aktuell zur Klassifizierung eingereichten Spiele betreffen. Zahlreiche Titel, die an Messen, Conventions und Turnieren in der Schweiz gezeigt werden, dürften daher in den kommenden Monaten eine – teils deutliche – Änderung ihrer Alterskategorie erfahren.
Empfehlungen an die Organisatoren von Veranstaltungen
SIEA und PlaySmart empfehlen den Organisatoren von Videospiel-Veranstaltungen sowie von Events mit Videospiel-Vorführungen:
- die aktuelle Alterseinstufung der an ihren Demo-Ständen, E-Sport-Bereichen und Turnieren gezeigten Spiele zu überprüfen;
- ihre Aussteller über diese neuen Kriterien und deren mögliche Auswirkungen auf die präsentierten Lizenzen zu informieren;
- Beschilderung und Zugangskontrollen an den Ständen bei Bedarf an die neuen Einstufungen anzupassen;
- regelmässig playsmart.ch und www.pegi.info zu konsultieren, um die Entwicklung der Einstufungen der an ihren Veranstaltungen gezeigten Spiele zu verfolgen;
- Die SIEA stellt einen Flyer in deutscher und französischer Sprache zur Verfügung, der die neuen Regeln der PEGI-Klassifizierungskriterien zusammenfasst.
Über PEGI und PlaySmart
PEGI (Pan European Game Information) ist das europaweite System zur Alterseinstufung von Videospielen. PlaySmart ist die Schweizer Informationsplattform für den Jugendschutz im Bereich Videospiele, getragen von der Swiss Interactive Entertainment Association (SIEA).
Peter Züger
Präsident Swiss Interactive Entertainment Association (SIEA)
Medienkontakt
E-Mail: nicolas.akladios@siea.ch
Tel.: +41 79 294 10 85
www.playsmart.ch

